Zum Tod von Peter Diener

Zum Tod von Peter Diener   geb.4.4.1890     gest. 16.07.1941

Peter Diener wurde nur 51 Jahre alt und starb an Nierenversagen. Es liegt die Vermutung nah, dass er sich dieses organische Leiden bei seinem Einsatz als Sanitäter im 1. Weltkrieg zugezogen hat.

Sanitätsunterstand an der Front in den Argonnen 1916

Sanitätsunteroffizier Peter Diener im Fronteinsatz

Von Kriegsbeginn an war er bei der Pflege der Verwundeten im Einsatz, zunächst in einem Lazarett in Saarbrücken und seit Mai 1915 im blutigen Stellungskrieg an der Westfront.

Beim Umgang mit Verwundeten war Hygiene dringend geboten zum eigenen Schutz und zu dem der Patienten. In Peter Dieners Kompanie, so war die Regel, gab es einen Sanitätsarzt, einen Sanitätsunteroffizier (er selbst)  und mehrere Helfer. Handschuhe bei der Wundversorgung standen lediglich dem Arzt zur Verfügung und nicht dem übrigen Personal.Diese benutzten zur Desinfektion der Hände und zur Behandlung von Wunden der Soldaten ein quecksilberhaltiges Präparat: Sublimat (Quecksilber(II)-chlorid).

Was die Anwender von Sublimat vermutlich nicht wussten:  Die  kriegsbedingte häufige Anwendung und die hohe Giftigkeit des Quecksilbers konnten zu schweren gesundheitlichen Schäden bei Soldaten und bei Sanitätern führen. Die Nebenwirkungen waren oft schwerwiegender als die Wunden selbst, die es zu behandeln galt.

Auch das kontinuierliche Einatmen der Substanz und die Resorption durch die Haut konnten zu Vergiftungserscheinungen bei den Sanitätern führen, darunter Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Nierenschäden.

Auffällig bei Peters Dieners Einsatz während des Krieges sind seine relativ häufigen krankheitsbedingten Lazarettaufenthalte.

In der Zeit vom 19. Juni bis zum 15. Juli 1915 wurde er zur Behandlung eines „Magen-Darm-Katarrhs“ in die Frontlazarette Tailly bzw. Stenay in Lothringen eingeliefert. Ein recht langer Aufenthalt von vier Wochen für eine simple Magen-Darm-Erkrankung. Über die tatsächliche Ursache der Erkrankung gibt es keine dokumentierte Information.

Am 21. Mai 1917 müssen die Symtome so schwerwiegend gewesen sein, dass man Peter in die Heimat in das Lazarett an seinem Garnisonsstandort Posen einlieferte. Nach vier Wochen wurde er als „kriegs-verwendungsfähig“ an die Front zurückgeschickt.

Am 11.1.1918 wurde Peter Diener erneut in das Festungshilfs-Lazarett Posen verbracht. Nach seiner Entlassung am 2. März 1918 war sein Gesundheitszustand noch so schlecht, dass er nicht an der Front eingesetzt werden konnte, sondern im Garnisonsdienst.

Zwei Monate später, am 26. April 1918 lag  Peter Diener- inzwischen zum Sanitätssergeanten befördert – wegen Nierenbeschwerden bis zum 14. Mai 1918 wieder im Lazarett in Posen. Danach kam er erneut  zum Einsatz bei der Truppe an der Front.

Nach der Kapitulation wurde er 12.11.1918 aus dem Militärdienst als kranker Mann entlassen.

Schließlich führte seine schwerwiegender Herz- und Nierenerkrankung bereits am 1.12.1932 – also im Alter von 41 Jahren – zu seiner Frühpensionierung bei der Halberger Hütte, wo er zum Hüttenmeister aufgestiegen war.

Zehn Jahre später starb Peter Diener an Nierenversagen.

Dass sein Nierenleiden möglicherweise durch die Anwendung der toxischen Chemikalie Sublimat ausgelöst worden sein konnte, wurde von seinen Hinterbliebenen, der Ehefrau und den beiden Töchtern – vermutlich aus Unkenntnis – nie in Betracht gezogen.

 

 

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