Martha Diener, meine Mutter

Martha Diener, der  Lebenslauf unserer Mutter
geb. 5.10.1920 im Dorf  Bischmisheim (damals  sog. Saargebiet  Mandatsgebiet des Völkerbundes), heute Stadtteil von Saarbrücken als Kind des Peter Diener und der Friederike, geb. Kifferle

Taufe in der ev. Gemeindekirche, einer Schinkel-Kirche, in Bischmisheim

Ev. Kirche Bischmisheim

 

Martha  verlebte eine unbeschwerte Kindheit und Jugend als Jüngste von drei Geschwistern. Von ihrem Vater, der sie über alles liebt, wurde sie verwöhnt. Sie bekam einen Hund, einen Foxterrier, Fips genannt. Im Sommer nutzte  man das Bad im Nachbarort Fechingen.  Der „Fechinger Bach“ wurde gestaut, so dass eine Art kleiner See entstand, in dem gebadet werden konnte. Erst 1939 wurde daraus ein offizielles Freibad.

Badespaß in  Fechingen

                                                                            

Ihre beste Freundin ist Irmgard Klein, später verheiratete Kilian.

Martha und Irmgard

Sept. 1939 plötzlicher  Tod des geliebtem älteren Bruders Günther Diener

 

1934 Abschluss der Volksschule Bischmisheim und Konfirmation

Volksschulklasse mit Lehrer, Martha hinten stehend im weißen Kleid

Im elterlichen Garten

1934 Tätigkeit in der Drogerie und Kaffeerösterei der Eltern

1.März 1935 Anschluss des Saargebietes an das Deutsche Reich

Am 13. Jamuar 1935 stimmten über 90 % der saarländischen Bevölkerung in einer Volksabstimmung für die politsche und wirschaftliche Eingliederung  des Saarlandes in das Deutsche Reich, in dem damals Adolf Hitler regierte.

Propaganda-Briefmarke „Die Saar kehrt heim!“

Unmittelbar nach dem Anschluss fand auch an der Saar die im Reich bereits durchgeführte sog. „Gleichschaltung“ im Sinne der NS-Idelogie statt. Alle öfentliche Einrichtungen, die Presse, die Vereine und Jugendgruppen wurden zu NS-Organisationen. So auch die bündische Jugend, in der die Diener-Kinder aktiv waren. Die Jugendbünde gingen auf in der Hitlerjugend bzw. im Bund deutscher Mädel (BdM).

Mitgliedschaft im  BdM

1936 Besuch der hauswirtschaftlichen Berufsschule 

Geselliges Familienleben im Hause Diener

(hintere Reihe, v.l.n.r.: Martha Diener, Else Martin, Irmchen Klein, Elfriede Diener, Gustav Martin:;

unten: Peter Diener, seine Mutter Katharina geb. Altpeter, Friederike Diener geb. Kifferle)

1939 Examen als Säuglingsschwester in der Säuglingsheilstätte Ulm

Ausbildung an der Säuglingsheilstätte Ulm

 

Abschluss-Diplom als Säuglingschwester,

links Martha Diener, rechts Marianne Flohr

Martha Diener, mit Freundin Balbine aus Oberstdorf im Allgäu

1. Sept. 1939 Beginn des 2. Weltkrieges

Die saarländische Grenzregion war stark vom Kriegsgeschen betroffen. Einen ausfühlichen Artikel dazu findet man  hier:

Diese Art von Befestigungsanlagen als Bestandteile des Westwalls, befanden sich auch in der Gemarkung Bischmisheim.

    Bunker       

   sog. Höckerlinie, eine Panzersperre

Frauenklinik – Deutsche Universität Prag

1940 Tätigkeit zusammen mit Ihrer älteren Schwester Elfriede, einer Hebamme,  in der gynäkologisch-geburtshilflichen Klinik der Deutsche Universltät Prag (Karl-Ferdinands-Universität). Leiter der Frauenklinik war Prof. Hermann Knaus

Die beiden Schwestern Martha und Elfriede

Martha – Blick auf Prag

Prag mit Moldau, Sankt Nicolai und am Horizont der Veitsddom

OP in der Frauenklinik

Juni 1941 Martha lernt den Unteroffizier Franz Dietz, der auf Heimaturlaub von der Ostfront ist, kennen. Beide verlieben sich ineinander und beginnen eine  über die Jahre des Krieges und der Gefangenschaft wöhrende Fernbeziehung.

       

16.07.1941 Tod des Vaters Peter Diener (Zu seiner Erkrankung steht hier ein Artikel.)

Blumenstrasse Bischmisheim, auf dem Weg zur Beerdigung von Peter Diener (links Elfried, rechts Martha)

Tätigkeit in der elterlichen Drogerie

 

Elternhaus Bischmisheim Ecke Philipp-Karl-Str.1/Auf der Witz

 

03.09.1944 Hochzeit mit Franz Dietz in der kath. Pfarrkirche  St. Ludwig zu Darmstadt

11.9.1944 Überlebende des britischen  Bombenangriffs auf die   Darmstädter Innenstadt. Es  starben  mindestens 11.000 bis 12.000 Menschen.  

Ein ausführlicher Artikel findet sich hier

4. Oktober 1944 bis Kriegsende   Evakuierung der saarländischen Bevölkerung – Zuflucht bei den schwäbischen Verwandten der Mutter in Freudenstein/Württemberg

Marthas Mutter (dritte von links), Friederike Kifferle, mit Ehemann Peter Diener und den schwäbischen Schestern und Nichten und ihren Partnern

1947: Das Saarland wird wieder vom Deutschen Reich getrennt. Es wird ein eigenständiges Protektorat mit innerer Autonomie, aber wirtschaftlicher und militärischer Abhängigkeit von Frankreich.  Es hat eine eigene Währung, eigene Briefmarken, eine nationale Olympia- und Fussballmannschaft etc.

 

 

1944 bis 1947 Rückkehr ins Saarland und  Tätigkeit als Erzieherin im Haus der Familie Hansen in Fechingen/Saar

rechts die Eheleute Hansen                –      die drei Kinder der Familie             

 

Herbst 1947 Rückkehr des Ehemanns aus englischer Gefangenschaft in Ägypten

 

10.9.1948 Geburt des Sohnes Peter Wilhelm

1.10.1951 Geburt der Tochter Hannelore Maria

1.Januar 1957 Saarland wird Teil der Bundesrepublik Deutschland

 

Von 1947 bis 1974   Geschäftsfrau in einer Drogerie und  einem Süßwarengeschäft mit Kaffeerösterei in Bischmisheim

Das Wohn- und Geschäftshaus nach dem Umbau 1970

13.11.1990 Tod des Ehemannes Franz

1984 Feier der Goldenen Konfirmation in der Ev. Kirchengemeinde Bischmisheim

Martha hintere Reihe im blauen Kleid

05.05.2000 Feier des 80. Geburtstages

 

Martha Diener an ihrem 80. Geburtstag mit Jonas Gith, dem jüngsten ihrer acht Enkel

22.10.2002 Tod in Solingen nach einem schweren  Krebsleiden

Beerdigt neben ihrem Ehemann Franz Dietz  am  Wohnort der Familie von Tochter Hannelore,  Burscheid, Bergisches Land

Urnengrab auf dem Friedhof in Burscheid

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