Geschichte der Dörfer Kupprichhausen, Heckfeld und Oberlauda
Kupprichhausen, ist heute einer der 13 Teilorte der Stadt Boxberg in Baden.

Kuprichhausen im Taubertal
Ursprünglich hieß es Cup(er)gehusen und wurde 1235 erstmals urkundlich erwähnt. Mindestens seit 1620 sind die Diez (z.B. unser Stammvater Valentin Diez) in Kupprichhausen nachweisbar. Ein gesonderter Artikel findet sich hier: https://wp.peterdietz.de/valentin-diez-unser-stammvater/
Wie im Mittelalter und in der Neuzeit üblich, waren die Bewohner des Dorfes – also auch unsere Vorfahren – bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Unfreie oder gar Leibeigene. Die bäuerlichen Familien lebten in Abhängigkeit von feudalen Grundherren. Kupprichhausen war territorialer Besitz von Kurmainz, das das Gebiet wiederum an Lehnsleute vergab. So erhielt der Reichsritter Albrecht von Rosenberg 1479 Kupprichhausen und umliegende Dörfer der Herrschaft Schüpf bis ins Jahr 1572 zum Lehen.

Wappen Albrecht von Rosenbergs
Während der konfessionellen Auseinandersetzungen der Feudalherren zwischen 1512 und 1628, mussten die Bewohner Kupprichhausen vorübergehend evangelisch werden. Ab 1640 diente die dortige Bevölkerung einem neuen Lehnsherrn, dem Grafen von Hatzfeldt aus der „Schüpfer Linie“. Insbesondere die Grafen Melchior und Hermann von Hatzfeldt ließen sich im Raum Oberschüpf -Boxberg nieder, nachdem sie dort große Ländereien geerbt oder gekauft hatten.

Graf Melchior von Hatzfeldt
1794 fiel das Lehen wieder an Kurmainz zurück. Um 1790 wurde die Leibeigenschaft in Baden und Kurmainz aufgehoben. Trotzdem mussten die Bauer weiterhin Abgaben leisten und z.T. schwere Lasten tragen.
1803 kam Kupprichhausen an das neu geschaffene, kurzlebige Fürstentum Leiningen. 1806 wurde der Großherzog von Baden der Landesherr unserer Vorfahren.

Großherzog Karl Friedrich von Baden (* 1728 † 1811)
Eine ähnliche territoriale Entwicklung machten die Nachbarorte Heckfeld und Oberlauda durch, die zum Amt Lauda gehörten und in denen ab dem Jahr 1772 die Familien unserer Vorfahren für etwa 100 Jahre lebten und bis heute ansässig sind.
Beide Orte hatten bis 1506 eine Reihe wechselnder Landesherrschaften und waren dann Teil des Bistums Würzburg bis zu dessen Säkularisation 1803.
Danach kamen die Dörfer vorübergehend an das Fürstentum Leiningen, das 1806 aufgelöst wurde. Heckfeld und Oberlauda wurden im selben Jahr 1806 wie Kupprichhausen in das Großherzogtum Baden eingegliedert. Ab diesem Zeitpunkt waren unsere Vorfahren – obwohl sprachlich und kulturelle fränkisch geprägt – zukünftig Badener.

Beginnende soziale Mobilität
Mit beginnender Industrialisierung verließen einige Söhne und Töchter die über Generationen angestammte Heimat. Mein Uropa Georg Joseph Dietz, geb. in Heckfeld, heiratete 1872 in Mannheim eine junge Frau aus Niederbühl bei Rastatt/Baden-Baden, Rosa Wagner, und wurde dort Mitarbeiter der Eisenbahn. Die Strecke Mannheim – Heidelberg wurde 1840 eingeweiht.

Bahnhof Mannheim Anfang des 20. Jharhunderts
Ein weiterer Ahn, Stephan Dietz zog aus Oberlauda Anfang des 19. Jahrhunderts nach, Weil am Rhein. Dort arbeitete er ebenfalls bei der Bahn auf der Strecke Basel-Mannheim. Er hat zahlreiche Nachkommen, von denen viele heute noch im badischen Raum leben. Sein Enkelsohn, Wolfgang Dietz, ist heute Oberbürgermeister der Stadt Weil am Rhein.