Unsere Wurzeln im Saarland

Unsere Saarländische Vorfahren

Lange war ich der Meinung, meine Mutter Martha Diener sei eine „reinrassige Saarländerin“. Beim Stöbern in unseren Ahnenreihen musste ich jedoch feststellen, dass  mein  auf einer Anhöhe und abseits wichtiger Verkehrswege liegender Geburtsort Bischmisheim keineswegs ein in sich geschlossener Bereich war, in dem die Bewohner nur untereinander heirateten.  Ganz im Gegenteil. Zahlreiche Zuzügler ließen sich in dem Ort nieder. Als Alteingesessene können insbesondere die Vorfahren meines Großvaters Peter Diener gelten. Seine Vorfahren sind im Saarbrücker Raum bis ins 16. Jahrhundert nachweisbar.

Migranten

Peter Dieners Mutter, meine Urgroßmutter, Katharina Altpeter, stammte bereits von „Zugereisten“ ab. Die Altpeters kamen aus dem Salzburger Land ließen sich im 17. Jahrhundert an der Saar nieder. Der Stammvater war Hans Konrad Altpeter, geb. um 1650. Im Saarland waren bedingt durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges viele Dörfer und Landstriche fast menschenleer.  Zahlreiche sog. Exulanten, die aus ökonomischen oder religiösen Gründen ihre Heimat, – hier des Alpenland, z.B. die Schweiz, Tirol oder Salzburg –  verlassen mussten, siedelten sich im 17. Jahrhundert in Südwestdeutschland  an.

Katharina Altpeters Großvater heiratete eine Carolina Margareta Traugott, die jüdische Vorfahren hatte. Ihr Stammvater „Doctor“ Johann Philipp Christian Traugott konvertierte Mitte des 18. Jahrhunderts von Judentum zum Christentum. Er ehelichte 1758 Anna Catharina Schmeer   und heiratete somit in eine der großen Bischmisheimer Familien ein, die ebenfalls auf einen Einwanderer ins Saarland zurückgeht. Hans Jacob Schmeer  (oder Schmierer) wurde um 1650 in Wohlmuthausen (Forchtenberg) , Hohenlohe, Württemberg, geboren.

Adelige unter den Ahnen

Unter den Vorfahren meiner Mutter Martha Diener finden sich auch adelige Vorfahren. Für den Ahnenforscher hat das dem Vorteil, dass die Ahnenreihe nicht wie bei den sog. einfachen Leuten in der Regel spätestens im 16. Jahrhundert endet. Adelige Vorfahren sind besser dokumentiert und können häufig bis ins Mittelalter nachgewiesen werden. So ist es auch bei einer unserer Ahnfrauen:  Anna von der Heiden heiratete Mitte des 16. Jahrhundets den zu Reichtum gekommenen bürgerlichen Aufsteiger Dietrich Schmalriem. Annas Familie ist mit vielen linksrheinischen Adelsfamilien versippt, die teilweise aus dem karolingischen Hochadel hervorgingen.

Über einen anderen Zweig geht die Familie meiner Mutter, Martha Diener,  ebenfalls aus dem saarländischen Kleinadel hervor. Allerdings muss man weit zurückgehen. Im 15. Jahrhundert heiratet der Bolandener Amtmann Peter von Rittenhofen aus Püttlingen Grete (Margarethe)  von Saarbrücken
Sie ist die Illegitime Tochter (bastarda) des  Grafen Philipp I. von Nassau-Weilburg (1368-1429) In einer Inschrift  Klosters Klarenthal bei Wiesbaden findet man ohne Jahresangabe folgenden Eintrag:
„…idus maji obiit Margaretha filia bastarda domini Philipp Grf von Nassauwe fi anniversarium in monasterio vallis St.Clarae pro ea et marito suo Petro von Rittenhofen qui dederunt XXX florenus et unun vestimentum“

Graf Philipp stammt  mütterlicherseits vom  französischen Adel ab. Väterlicherseits tauchen unter seinen Ahnen prominente Herrscherhäuser auf wie Welfen, Habsburger, von Hessen, Wittelsbacher, von Thüringen, von Bayern und von Braunschweig-Lüneburg.

Anmerkung:
Heute gilt der Ausdruck Bastard als Schimpfwort. In der Feudalzeit bezeichnete damit ein uneheliches Kind eines Adligen, das von ihm rechtlich als Kind anerkannt wurde.